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Wie finde ich einen guten Hypnotiseur?

Autorenbild: Bodo Ernst
Bodo Ernst
4. Okt.
3 Min. Lesezeit

Hypnose gilt grundsätzlich als sehr sichere Methode. Entscheidend ist aber auch, wer damit arbeitet und wie verantwortungsvoll er vorgeht.


Wie sicher Hypnose grundsätzlich ist und welche Risiken es tatsächlich gibt, habe ich im Artikel „Ist Hypnose gefährlich?“ ausführlicher erklärt.


Ein Zertifikat an der Wand allein sagt noch nicht, wie gut jemand tatsächlich arbeitet. Genauso wenig lässt sich Qualität nur an der Anzahl der Ausbildungen oder an guten Bewertungen festmachen.


Woran erkenne ich einen seriösen Hypnotiseur?


Wenn du einen Hypnotiseur suchst, kannst du zum Beispiel auf folgende Punkte achten:


Kann er nachvollziehbar erklären, welche Ausbildung und Erfahrung er hat?
Wie und wo wurde er ausgebildet?

Wie lange arbeitet er bereits mit Hypnose und mit welchen Themen hat er Erfahrung? Eine gute Ausbildung schafft die fachliche Grundlage. Mehr Sicherheit im Umgang mit unterschiedlichen Menschen, Themen und Situationen entwickelt sich vor allem durch praktische Erfahrung.


Kann er erklären, wie er mit starken emotionalen Reaktionen oder traumatischen Inhalten umgeht?


Emotionale Reaktionen können während einer Hypnose durchaus auftreten. Entscheidend ist, dass der Hypnotiseur ruhig bleibt, die Reaktion begleitet und einschätzen kann, wie in diesem Moment sinnvoll weitergearbeitet werden kann. Manchmal bedeutet das, die Intensität zu reduzieren oder aus einer belastenden Situation zunächst wieder herauszugehen, ohne deshalb die gesamte Hypnose beenden zu müssen. Bei traumatischen Inhalten können beispielsweise Techniken wie Dissoziierung eingesetzt werden, um mehr Abstand zum Erlebten herzustellen.


Kennt er seine Grenzen und sagt auch, wann er nicht der richtige Ansprechpartner ist?


Ein guter Hypnotiseur muss nicht jedes Thema annehmen. Für mich gehört es zu professioneller Arbeit, im Vorgespräch auch offen zu sagen, wenn ich der Meinung bin, dass jemand bei mir nicht richtig aufgehoben ist oder zunächst eine andere fachliche Unterstützung sinnvoller wäre.


Fragt er nach relevanten Vorerkrankungen und laufenden Behandlungen?


Je nach Thema sollte ein Hypnotiseur auch wissen wollen, ob körperliche oder psychische Diagnosen vorliegen – das frage ich selbst immer schon vor dem Gespräch in einem Fragebogen ab – und ob du aktuell ärztlich oder psychotherapeutisch behandelt wirst. In bestimmten Fällen kann es sinnvoll sein, vor einer Hypnose das Einverständnis des behandelnden Arztes oder Therapeuten einzuholen oder sich direkt mit ihm abzustimmen.


Wie geht er mit Erfolgsversprechen um?


Aussagen über die eigenen Erfahrungen oder Erfolgsquoten bei bestimmten Themen sind nicht automatisch unseriös. Skeptisch würde ich allerdings bei absoluten Versprechen. Niemand kann dir seriös garantieren, dass eine Hypnose bei einem bestimmten Thema zu 100 Prozent das gewünschte Ergebnis bringt.


Was sagen Verbandsmitgliedschaften und Rezensionen aus?


Beides kann dir zusätzliche Anhaltspunkte geben. Rezensionen vermitteln einen Eindruck davon, wie andere Klienten die Zusammenarbeit erlebt haben. Verbandsmitgliedschaften können Hinweise auf Ausbildung, Weiterbildung und die Verpflichtung zu einem Ethikkodex geben.


Kannst du im Vorgespräch deine Fragen stellen und bekommst du verständliche Antworten?


Ein Vorgespräch sollte dir die Möglichkeit geben, zu verstehen, wie der Hypnotiseur arbeitet, was dich erwartet und ob die Zusammenarbeit für dich überhaupt passt. Gerade wenn du noch Unsicherheiten oder Bedenken gegenüber Hypnose hast, sollte dafür Raum sein.


Am Ende muss dein Gefühl stimmen


Bodo Ernst, Hypnotiseur, blickt nachdenklich nach unten, schwarzes Polo-Shirt auf türkisem Sofa.

Wenn du die für dich wichtigen Fragen geklärt hast, ist eins ganz wichtig: dein eigenes Gefühl.


Fühlst du dich bei der Person wohl? Hast du das Gefühl, dass du offen sprechen kannst und ernst genommen wirst? Kannst du dir vorstellen, dich diesem Menschen gegenüber wirklich zu öffnen?


Vertrauen spielt bei einer Hypnose eine wichtige Rolle. Wenn du nach dem Vorgespräch das Gefühl hast: Ja, hier fühle ich mich gut aufgehoben, dann ist das ein sehr gutes Zeichen.


Am Ende ist für mich deshalb nicht entscheidend, ob irgendwo zehn Zertifikate an der Wand hängen, sondern ob derjenige weiß, was er tut – und auch weiß, wo seine Grenzen liegen.


Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Beratung, Diagnose oder Behandlung.

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